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Nachlass regeln – Orientierung beim Vererben

Wer seinen Nachlass rechtzeitig regelt, schafft Klarheit für sich selbst und entlastet Angehörige.

Spätestens im Ruhestand stellen sich Fragen wie diese: Wer erbt ohne Testament? Brauche ich ein Testament? Wie sichere ich meine Partnerin oder meinen Partner ab? Was ist mit Pflichtteil, Haus oder Wohnung, Lebensversicherung oder digitalem Nachlass?

Auf dieser Seite findest Du einen verständlichen Einstieg. Du kannst die Themen der Reihe nach lesen oder direkt dort einsteigen, was für Dich gerade wichtig ist.

Eine gute Reihenfolge ist:

Verstehen – Entscheiden – Regeln – Auffindbar machen


1. Erst verstehen: Wer erbt was?

Bevor man den Nachlass regelt, sollte man wissen, was ohne eigene Regelung gilt.

Gesetzliche Erbfolge und Erbengemeinschaft – wer erbt, wenn kein Testament vorhanden ist, und warum gesetzliche Erben oft überrascht und ungewollt in belastende Erbengemeinschaften gezwungen werden.

Was gehört zum Nachlass? – Geldvermögen, Immobilien, Hausrat, Verträge, digitale Konten, Versicherungen - und auch Schulden.

Pflichtteil – wem trotz testamentarischer Enterbung ein Geldanspruch zufällt.


2. Dann regeln: Testament, Erbvertrag und klare Wünsche

Wenn Du erkennst, dass die gesetzliche Erbfolge nicht oder nur teilweise Deinen Vorstellungen entspricht, solltest Du Deinen Nachlass selbst regeln.

Nachlass planen – was ist vorhanden, wer soll bedacht werden und was soll vermieden werden?

Testament – den eigenen letzten Willen rechtssicher festhalten.

Berliner Testament – gegenseitige Absicherung von Ehepartnern und eingetragenen Lebenspartnern.

Erbvertrag – verbindliche Regelung durch notariellen Vertrag.

Vermächtnis, Auflage und Teilungsanordnung – wenn einzelne Gegenstände, Geldbeträge oder besondere Wünsche geregelt werden sollen.

Testament sicher aufbewahren – damit der letzte Wille später auch gefunden wird.


3. Besondere Lebenssituationen

Nicht jede Familie ist gleich. Deshalb sollte der Nachlass zur eigenen Lebenssituation passen.

Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaft – gesetzlich abgesichert, aber nicht immer so, wie man es erwartet.

Partnerschaft ohne Trauschein – unverheiratete Partner erben untereinander ohne Testament grundsätzlich nicht.

Patchwork-Familie – klare Regelungen sind besonders wichtig, damit es nicht zu unerwünschten Folgen kommt.

Alleinstehende – wer erben soll und wer sich später kümmern kann.

Geschiedene – alte Regelungen, Testamente, Versicherungen und Begünstigungen überprüfen.

Großeltern und Enkel – Testament überprüfen, wenn Enkel bedacht sind und sich ihre Eltern später trennen.

Testierfähigkeit bei Behinderung – was gilt, wenn Zweifel an der Testierfähigkeit bestehen?

Behindertentestament und Bedürftigentestament – besondere Vorsicht bei Angehörigen mit Behinderung oder Sozialleistungsbezug.

Nachlass mit Auslandsbezug – welches Erbrecht gilt, wenn Vermögen oder Angehörige im Ausland sind?


4. Oft vergessen: Dinge, die trotzdem wichtig sind

Zum Nachlass gehören viele Dinge, an die man im ersten Moment nicht denkt.

Digitaler Nachlass – E-Mail, Online-Banking, soziale Netzwerke, Fotos, Verträge und Passwörter.

Lebensversicherung – warum die begünstigte Person oft entscheidend ist.

Versicherungen nach dem Todesfall – welche Versicherungen enden und welche weiterlaufen.

Immobilie und Hausrat – praktische Fragen rund um Haus, Wohnung, Grundstücke und persönliche Gegenstände.

Haustier – wer sich kümmern soll, wenn Frauchen oder Herrchen stirbt.


5. Vermögen stiften oder zu Lebzeiten verschenken

Wer den Nachlass regeln will, kann auch überlegen, das Vermögen oder Teile davon zu stiften oder zu Lebzeiten zu verschenken.

Stiften – Vermögen für einen gemeinnützigen Zweck einsetzen.

Schenkung zu Lebzeiten – eine Alternative oder Ergänzung zum Vererben.